Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. · Berufsverband seit 1996

Hyperbare Sauerstofftherapie in Deutschland – die Druckkammerzentren des VDD

Der Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. bündelt die Erfahrung von 13 Druckkammerzentren in Deutschland. Wir informieren Patientinnen, Patienten und Ärzte über die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) – von den Grundlagen bis zur passenden Druckkammer in Ihrer Nähe.

Fakten auf einen Blick

Gegründet
Mitglieder
13 Druckkammerzentren in Deutschland
Standards
seit 1997 gemeinsam mit der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.)
Behandlungsdruck
in der Regel 1,5–3,0 bar absolut (150–300 kPa)
Behandlungsteam
mindestens drei Fachkräfte, jede Behandlung ärztlich überwacht
Geschäftsstelle
Münster

01Grundlagen

Was ist die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)?

Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO, auch HBOT) ist eine ärztlich überwachte Behandlung, bei der Patientinnen und Patienten in einer medizinischen Druckkammer – auch Überdruckkammer oder hyperbare Kammer genannt – unter erhöhtem Umgebungsdruck von in der Regel 1,5 bis 3,0 bar absolut medizinisch reinen Sauerstoff atmen. Ziel ist, den Sauerstoffgehalt im Gewebe zu erhöhen. Eingesetzt wird sie bei Erkrankungen, bei denen Gewebe mit Sauerstoff unterversorgt ist.

Mehr über die HBO-Therapie
Innenraum einer Mehrplatz-Druckkammer: zwei Reihen gepolsterter Behandlungssessel, runde Sichtfenster und eine Schleusentür am Ende der Kammer.
Abb. 1Mehrplatz-Druckkammer, Innenansicht

HBO oder Sauerstoff unter normalem Luftdruck?

Abb. 2Druckskala: normaler Luftdruck links, therapeutischer Überdruck der HBO in der Regel 1,5 bis 3,0 bar absolut.

Das ist HBO

100 % medizinischer Sauerstoff und therapeutischer Überdruck in einer medizinischen Druckkammer.

Das ist keine HBO

Sauerstoffanwendungen unter normalem Luftdruck (normobar) erfüllen diese Bedingungen nicht und sind keine HBO.

02Einstiege

Informationen für Ihre Rolle

Ein Arzt im weißen Kittel sitzt mit einem älteren Ehepaar am Tisch und bespricht mit beiden eine Medikamentenpackung.
Abb. 3Ärztliches Beratungsgespräch, gemeinsam mit Angehörigen (Symbolbild)

03Standorte

Druckkammern in Deutschland: die 13 Zentren des VDD

Dem VDD sind 13 Druckkammerzentren angeschlossen – von Hamburg bis Traunstein. Alle Standorte erfüllen die gemeinsamen Qualitäts- und Sicherheitsstandards des Verbands.

Schematische Deutschlandkarte mit den 13 Druckkammerzentren des VDD Aachen Berlin Freiburg Gelsenkirchen Halle (Saale) Hamburg Ludwigsburg München Münster Regensburg Soltau Traunstein Wiesbaden
Abb. 4Lage der Zentren, schematisch nach Koordinaten. Adressen und Telefonnummern stehen in der Liste.
  1. Aachen

    Nordrhein-Westfalen

    HBO-Zentrum Euregio Aachen

    Kackertstraße 11, 52072 Aachen

  2. Berlin

    Berlin

    Vivantes Klinikum am Friedrichshain – Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie und Tauchmedizin

    Landsberger Allee 49, 10249 Berlin

  3. Freiburg

    Baden-Württemberg

    HBO2-Zentrum für Hyperbarmedizin

    Habsburgerstraße 116, 79104 Freiburg

  4. Gelsenkirchen

    Nordrhein-Westfalen

    Zentrum der Hyperbaren Sauerstofftherapie Bergmannsheil Buer

    Schernerweg 4, 45894 Gelsenkirchen

  5. Halle (Saale)

    Sachsen-Anhalt

    Zentrum für Hyperbarmedizin des Universitätsklinikums Halle (Saale)

    Ernst-Grube-Straße 40, 06120 Halle (Saale)

  6. Hamburg

    Hamburg

    Zentrum für Hyperbarmedizin Hamburg

    Holstenstraße 79–81, 22767 Hamburg

  7. Ludwigsburg

    Baden-Württemberg

    DCS1 – Druckkammer Centrum Stuttgart am Klinikum Ludwigsburg

    Posilipostraße 4, 71640 Ludwigsburg

  8. München

    Bayern

    Hyperbares Sauerstoff-Zentrum München

    Karlstraße 42, 80333 München

  9. Münster

    Nordrhein-Westfalen

    Praxis für Hyperbarmedizin Münster

    Warendorfer Straße 27, 48145 Münster

  10. Regensburg

    Bayern

    Zentrum für Tauch- und Hyperbarmedizin Ostbayern

    Landshuter Straße 65, 93053 Regensburg

  11. Soltau

    Niedersachsen

    HBO-Druckkammerzentrum Soltau

    Seilerstraße 7, 29614 Soltau

  12. Traunstein

    Bayern

    Druckkammerzentrum Traunstein

    Cuno-Niggl-Straße 3, 83278 Traunstein

  13. Wiesbaden

    Hessen

    Druckkammerzentren Rhein Main Taunus

    Schiersteiner Straße 42, 65187 Wiesbaden

Alle Druckkammern mit Karte

04Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete nach GTÜM und EUBS

Die Druckkammerzentren des VDD behandeln Anwendungsgebiete, die von der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der European Underwater and Baromedical Society (EUBS) empfohlen werden. Ob eine HBO in Ihrem Fall in Frage kommt, klärt ein ärztliches Gespräch.

  1. Akute Innenohr-Erkrankungen

    Hörsturz mit oder ohne Tinnitus, Knall- und Lärmtrauma

  2. Wundheilungsstörungen und Problemwunden

    Diabetisches Fußsyndrom, chronische Wunden

  3. Knochen- und Knochenmarkerkrankungen

    Osteomyelitis, aseptische Knochennekrosen, Knochenmarködem-Syndrom

  4. Bestrahlungsspätfolgen

    Strahlenzystitis, Strahlenproktitis, Osteoradionekrose

  5. Weitere Indikationen

    Otitis externa necroticans, Crush-Verletzung, Zentralarterienverschluss des Auges

  6. Notfallindikationen

    Tauchunfall, Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftung, Gasembolie, Gasbrand

Notruf 112

Im Notfall – etwa nach einem Tauchunfall oder bei Verdacht auf eine Kohlenmonoxidvergiftung – wählen Sie immer zuerst den Notruf 112.

05Ablauf

So läuft eine Behandlung ab

Vier Schritte, dargestellt als Druckverlauf einer Sitzung in der Mehrplatz-Druckkammer: langsam hinauf, Sauerstoffatmung unter Überdruck, langsam zurück.

Druckverlauf einer Sitzung: Voruntersuchung bei normalem Luftdruck, langsamer Druckanstieg, Sauerstoffatmung unter Behandlungsdruck, langsamer Druckausgleich.
  1. Ärztliche Voruntersuchung

    Ist eine Behandlung in der Druckkammer für Sie geeignet?

  2. In der Mehrplatz-Druckkammer

    Sie sitzen bequem; der Druck wird langsam erhöht.

  3. Sauerstoffatmung

    Über Maske oder Kopfzelt, mit ständigem Sicht- und Sprechkontakt zum Team.

  4. Langsamer Druckausgleich

    Die Kammer kann über eine Schleuse jederzeit verlassen werden.

Eine Pflegekraft im weißen Kittel misst einer Patientin mit Manschette und Stethoskop den Blutdruck.
Abb. 5Zu Schritt 1: Blutdruckmessung bei einer Untersuchung (Symbolbild)
Mehrere Patientinnen und Patienten sitzen nebeneinander in einer Mehrplatz-Druckkammer und atmen über Masken, deren Schläuche zur Kammerdecke führen.
Abb. 6Zu Schritt 3: Sauerstoffatmung über Masken in einer Mehrplatz-Druckkammer (Symbolbild)
Mitarbeiter am Leitstand einer Druckkammer vor Monitoren der Videoüberwachung, Druckanzeigen und Bedienelementen.
Abb. 7Zu Schritt 3: Leitstand mit Video- und Sprechverbindung zur Kammer

06Qualität

Qualität und Sicherheit in der Druckkammer

Der VDD wurde am als Verein zur Förderung der hyperbaren Medizin und als Berufsverband der deutschen Druckkammerzentren gegründet. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) hat er bereits 1997 Qualitätsstandards für die sichere Durchführung der HBO-Therapie festgelegt: für die Qualifikation von Ärztinnen, Ärzten und Assistenzpersonal, den Personalschlüssel, die Druckkammertechnik und die Patientenüberwachung. Mitgliedszentren verpflichten sich mit dem Eintritt zur Einhaltung dieser Standards; ihre Zertifizierung schreibt die Satzung vor.

Eine Mitarbeiterin sitzt am Leitstand mit Monitoren und Bedienpult; daneben steht die geöffnete Mehrplatz-Druckkammer, in der eine Patientin sitzt.
Abb. 8Überwachung am Leitstand: Monitore zeigen die Behandlungsplätze, die Kammer bleibt im Blick (Symbolbild)

Qualitätsstandards gemeinsam mit der GTÜM festgelegt

Standards im Behandlungsalltag

  • Videoüberwachung jedes Behandlungsplatzes und zwei unabhängige Sprechverbindungen
  • Behandlungsteam aus mindestens drei Personen; jede Behandlung wird ärztlich überwacht
  • Druckkammern als medizinische Großgeräte mit regelmäßiger technischer Prüfung
  • Ausbildung und Diplome für Druckkammer-Assistenzpersonal nach VDD/GTÜM-Richtlinien

07Fragen

Häufige Fragen zur Druckkammer

Was ist die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)?

Die hyperbare Sauerstofftherapie ist eine ärztlich überwachte Behandlung, bei der Sie in einer medizinischen Druckkammer unter erhöhtem Umgebungsdruck medizinisch reinen Sauerstoff atmen. Ziel ist, den Sauerstoffgehalt im Gewebe zu erhöhen. Sie wird bei Erkrankungen eingesetzt, bei denen Gewebe mit Sauerstoff unterversorgt ist.

Ist HBO dasselbe wie eine Sauerstoffkammer im Wellnessbereich?

Nein. Eine hyperbare Sauerstofftherapie setzt zwei Bedingungen voraus: das Atmen von medizinisch reinem Sauerstoff und einen therapeutischen Überdruck von in der Regel 1,5 bis 3,0 bar absolut in einer medizinischen Druckkammer. Sauerstoffanwendungen unter normalem Luftdruck sind keine HBO.

Wie läuft eine Behandlung in der Druckkammer ab?

Vor der ersten Behandlung wird ärztlich geprüft, ob Sie druckkammertauglich sind. In der Mehrplatz-Druckkammer sitzen Sie bequem, der Druck wird langsam erhöht, und Sie atmen über eine Maske oder ein Kopfzelt medizinischen Sauerstoff. Über Video und Sprechverbindung besteht ständig Kontakt zum Behandlungsteam.

Wie lange dauert eine Sitzung?

Eine Sitzung dauert je nach Behandlungsschema etwa 30 bis 120 Minuten. Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt von der Erkrankung ab und wird ärztlich festgelegt.

Bei welchen Erkrankungen wird HBO eingesetzt?

Die Druckkammerzentren des VDD behandeln Anwendungsgebiete, die von der GTÜM und der European Underwater and Baromedical Society (EUBS) empfohlen werden, darunter akute Innenohr-Erkrankungen wie der Hörsturz, das diabetische Fußsyndrom, Knochen- und Knochenmarkerkrankungen, Bestrahlungsspätfolgen sowie Notfälle wie Tauchunfälle oder Kohlenmonoxidvergiftungen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die ambulante HBO beim diabetischen Fußsyndrom ab Wagner-Stadium II. Bei anderen Anwendungsgebieten entscheiden sie im Einzelfall, deshalb sollten Sie die Kostenübernahme vorab klären. Private Krankenversicherungen, Beihilfe und Berufsgenossenschaften erstatten die Kosten je nach Erkrankung in der Regel.

Wo finde ich eine Druckkammer in meiner Nähe?

Dem VDD sind 13 Druckkammerzentren in Deutschland angeschlossen, unter anderem in Hamburg, Berlin, Münster, Wiesbaden und München. Adressen und Telefonnummern aller Standorte finden Sie in der Übersicht der Druckkammern. Im Notfall wählen Sie immer zuerst den Notruf 112.

Wer ist der VDD?

Der Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. ist der Berufsverband der Druckkammerzentren in Deutschland, gegründet am 7. Dezember 1996. Gemeinsam mit der GTÜM legt er einheitliche Standards für Druckkammertechnik, Behandlungsschemata und die Qualifikation des Personals fest.

08Aktuelles

Aktuelles und Termine

Meldungen

Alle Meldungen

Termine Fortbildung

  • –

    GTÜM IIa – Taucherarzt, Hybrid-Seminar

    Wiesbaden · Druckkammerzentren Rhein Main Taunus

  • –

    GTÜM I – Tauchtauglichkeit (Medical Examiner of Divers), hybrid

    Aachen · HBO-Zentrum Euregio Aachen

  • GTÜM-Kurs Refresher, online

    Aachen

  • Assistenzkurs Hyperbarmedizin

    Aachen

Alle Termine

09Kontakt

Kontakt zur Geschäftsstelle

Sie finden keine passende Anlaufstelle? Wir helfen Ihnen bei allgemeinen Fragen zum Verband und bei der Suche nach einem angeschlossenen Zentrum.

Zur Kontaktseite

VDD – Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V.

Geschäftsstelle c/o Praxis für Hyperbarmedizin
Warendorfer Straße 27, 48145 Münster

Im Notfall wählen Sie immer zuerst den Notruf 112.

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